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Jahrhunderte immer mehrere Adelsfamlilien Burghut und Wohnsitz hatten, so neben den Lichtenstein die Schaumberg, Rotenhan, Heßberg, Truchseß von Wetzhausen, Raueneck, Schenk von Siemau, Schott, Thüng und Wiesen. Die Lichtenstein sind in diesen Jahrhunderten ein einflussreiches Geschlecht, das Sitze in Lichtenstein, Geiersberg ob Seßlach, Heilgersdorf, Lahm, Daschendorf, Wiesen, Hohenstein, Billmuthhausen, Wasmuthhausen und Dingolshausen bei Gerolzhofen hat.
Nach der Zerstörung, im Bauernkrieg im Mai 1525, wurde nur die Südburg wieder aufgebaut. Die erneuten Teilzerstörungen der Südburg, 1553 im Markgräflerkrieg, baute man noch im 16. Jahrhundert, besonders um 1570, wieder auf. In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts gelang es den Lichtenstein, die ganze Burg wieder in ihren Alleinbesitz zu bringen. 1691 starb die Lichtensteiner Linie aus, es erbte der Lahmer Zweig. Florine von Lichtenstein zu Lahm erbaute 1710 bis 1729 die heutige Kirche in Lichtenstein und gründete 1735 eine evangelische Schlosspfarrei. 1803 machte der als Theaterbaron bekannte Karl August von Lichtenstein zu Lahm bankrott und 1850 ertrank der Letzte des Geschlechts, Robert, als Forstassessor in Freising, in der Isar. Burg Lichtenstein mit Gut und Waldungen kam - nach mehrfachem Besitzerwechsel im 19. Jahrhundert - 1909 an den Freiherrn von Rotenhahn. Die Ruine der Nordburg übernahm in den 70er Jahren der Landkreis. Das Dorf, 1818 mit Buch, Dürrnhof und Herbelsdorf zu einer Gemeinde zusammengeschlossen, kam 1978 zur Gemeinde Pfarrweisach und hat heute 64 Einwohner. Erwähnt werden soll ein Gasthof mit 20 Fremdenbetten, ein Steinbruch mit gelbem Sandstein am Weg nach Buch und das Biotop "Die Schanz".
Von den ursprünglich wahrscheinlich drei Burgbauten blieb die Nordburg nach dem Bauernkrieg Ruine. Sie ist der älteste Teil der ganzen Anlage, in den hier zu Tage tretende Felsen einbezogen sind. Bergfried, Kapellenbau und Teile des Berings stammen aus romanischer Zeit. Am Kapellenbau befand sich noch 1879 ein halbrunder Chorerker, von dem es Bilder gibt. Die übrigen Ruinenteile sind aus gotischer Zeit, wobei besonders ein runder Pfeilscharenturm auffällt.
Bei der noch erhaltenen und bewohnten Südburg, die ebenso wie eine am Platz der heutigen Kirche vermutete "Mittelburg" wahrscheinlich erst erbaut wurde, als aus dem lichtensteinischenn Ansitz eine würzburgische Ganerbenburg entstanden war, geht der älteste Teil, ein frühgotischer Wohnturm, wohl noch auf das 13. Jahrhundert, die vierfache Torbefestigungn und der Wehrgang vielleicht auf die erste Hälft des 15. Jahrhunderts zurück, wo Baumaßnahmen wegen dre Hussitengefahr erwähnt sind. Der Wohnbau gehört dem 16. Jahrhundert an als Ergebnis des Wiederaufbaus nach dem Bauernkrieg und Markgräflerkrieg, als die Lichtenstein die Burg wieder in Alleinbesitz hatten.
Eine dritte Burganlage, die man "Mittelburg" nennen könnte, wird auf dem Felsen der heutigen evangelischen Kirche vermutet. Die Kirche, zwischen 1710 und 1729 erbaut, ist eine einfache spätbarocke Saalkirche mit Dachreiter. Ein geplanter Turm (Zahnsteine!) anstelle der erst in den 1770er Jahren errichteten Sakristei kam nicht zur Ausführung.
Um den Lichtenstein ranken sich eine Anzahl von Sagen, so die von den beiden mächtigen Felsen, die in der Ruine neben dem Burgbrunnen aufragen. Sie sind durch einen engen, tiefen Spalt von einander getrennt. Die Sage versichert nun: Die beiden Felsen stehen seit undenklichen Zeiten so nebeneinander, ohne sich zu berühren, und durch die Kluft schimmert das Licht. Solange die beiden Steine in dieser Stellung bleiben, wird das Geschlecht der Freiherrn von Lichtenstein nicht erlöschen, und man kann auf den Wiederaufbau der alten Burg hoffen. - Von diesen Felsen hat Lichtenstein seinen Namen, weil hier "Licht im Stein" ist. Das Wappen der Lichtenstein zeigt die beiden Felsen, zwei gezackte Steine im roten Feld, deren Spitzen sich nicht berüren. - Die Wirklichkeit aber sieht anders aus: Die Felsspalte zwischen den Steinen ist heute weitgehend ausgefüllt und der letzte Lichtensteiner ertrank 1850. |